Knapsack früher und heute...

Erste Anzeichen einer menschlichen Sesshaftigkeit im Gebiet um Knapsack stammen noch vor der keltischen Besiedlung. Auch spätere Spuren der Römer wurden in Form einer Villa gefunden. 
Nach der Völkerwanderung blieb der Hügel viele Jahrhunderte vergessen. Erstmals im 16. Jahrhundert wurde eine Kapelle mit einer Eremitage erwähnt, die bis Mitte des 18. Jahrhunderts  erhalten blieb. Noch in der Besatzung durch Napoleon blieb der Standort der einstigen Kapelle eine Pilgerstätte. 
Der Name Knapsack, so die Sage, stammt von einer Reisetasche(dem sogenannten „Knapsack“) des heiligen Maternus, der diese auf seiner Reise nach Köln an diesem Ort vergessen hatte.

Gegründet wurde das heutige Knapsack durch Siedler aus Hürth, die um 1600 vor der Pest auf den Hügel vor Hürth zogen. Bereits im Jahre 1670 standen in Knapsack sechs Häuser, die jeweils von einer Familie bewohnt wurden, die sich wiederum auf die Gründerfamilie Fomfey zurückführen lassen.
Im Laufe der Zeit wuchs eine eigenwillige, trotzige Dorfbevölkerung heran, die durch die harte Arbeit auf dem kargen Hügel und kriegerische Wellen im Umfeld geprägt war.  

Knapsack mit katholischer Kirche

Der beschauliche Ort wuchs bis 1850 auf 200 Bewohner an. Danach stieg, begründet durch die professionelle Erschließung der Braunkohle,  der Bevölkerungszuwachs rapide auf ca. 5000 Menschen an. Dies war auch gleichzeitig die höchste Einwohnerzahl unseres Ortes. Bis zur Umsiedlung nach den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts nahm die Zahl dann stetig ab.

Braunkohle und die Nutzung für damals neue Dampf-elektrizitätswerke brachten Wohlstand in den kleinen Ort. Die Verbindung des Ortes zur chemischen Industrie erfolgte dann Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer Aktiengesellschaft für Stickstoffdünger. Dies wuchs dann heran zu einem bedeutenden Chemiestandort in den 1980er Jahren. In den vergangenen Jahren wurde dieser Standort auf zusätzliche Industriebereiche umgebaut und stellt somit  positive Signale für die Zukunft.

Heute findet man nur noch wenige Straßenzüge des damaligen Knapsack, wie die Gartenstrasse oder die Dr. Krauss-Strasse Diese sind jedoch gesäumt von wunderschön hergerichteten alten Häusern, die damals durch leitende Angestellte der Stickstoff AG bewohnt wurden. Leider ist vom ursprünglichen Arbeiterviertel mit den damals vielfältigen Spuren der Kulturen aus allen Bundesländern, fast nichts mehr erhalten . 

Ehrenmal auf dem alten Friedhof Knapsack

Doch besteht noch der alte Friedhof von Knapsack mit Eingangstor und Ehrenmal der Gefallenen des 1. Weltkrieges und des Denkmals der verstorbenen russischen Zwangsarbeiter.
Dieser Ort wird auch durch unseren Verein, wie es schon vor Jahrzehnten war, durch die alljährliche Kranzniederlegung in Ehren gehalten.

Platanenallee auf dem alten Friedhof Knapsack

Solange die alten Spuren bestehen und die Bevölkerung sich in Ihrer gewachsenen Trotzigkeit  allen Umbrüchen der Zeit immer wieder anpasst, sowie die Menschen in Ihren Vereinen den Namen Knapsack in Ehren halten, solange wird der karge Hügel am Rande von Hürth weiter mit Leben erfüllt bleiben.  

Weitere interessante Informationen sind auf der Website des

Wohnortes Knapsack zu finden.

  

Die Industriestrasse mit der Einfahrt zum Nachtigallenhof   

So sah es damals aus. 

Die Gartenstrasse, heute.....

... und früher

Quelle: Bilder auszugsweise aus:

75 Jahre Große Knapsacker Karnevals-Gesellschaft; Chronik

Tage

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Letzte Aktualisierung: 19.09.2019 © Große Knapsacker Karnevals-Gesellschaft